TELE-Leserin Lina H.  hat «Der Bestatter», Folge „Totenwache“, gesehen und schreibt:

Szenenbild aus "Der Bestatter", Folge "Totenwache". © SRF

Totenwache der anderen Art. (Foto: © SRF)

„Es ist für mich unerträglich in einem Schweizer Film zu sehen, wie respektlos man mit toten Menschen umgeht. Da wird neben der Leiche geraucht, auf der Leiche Karten gespielt, die Leiche aus dem Sarg gekippt usw. Das ist überhaupt nicht lustig nur geschmacklos und würdelos.“ 

Ich habe Linas Schreiben an SRF weitergeleitet.

Hier ist die Stellungnahme von Bettina Alber, der zuständigen Redaktorin für «Der Bestatter»:

Bettina Alber,  zuständige Redaktorin für «Der Bestatter», antwortet:
«Es tut uns leid, dass Sie die Behandlung unserer Toten in der 3.Folge des Bestatters so würdelos fanden. Das war nicht unsere Absicht.

 Wenn Luc Conrad den Sarg mit einer Leiche fallen lässt finden auch wir das nicht lustig. Die Situation ist grotesk und überzeichnet und zeigt nebenbei, wie schwer ein Toter im Sarg sein kann und natürlich auch, dass der Bestatter an diesem Tag nicht gut in Form ist, wenn ihm ein solcher Patzer passiert. Übrigens entschuldigt sich Luc auch gleich darauf, erst bei seinem Assistenten Fabio, der die Situation auch nicht komisch findet und dann ganz zerknirscht beim Toten selbst.
Der Umgang mit der toten philippinischen Köchin in derselben Folge gibt Einblick in die Rituale der katholischen Pinoy‘s, die von ihren Angehörigen Abschied nehmen, in dem sie noch eine ganze Woche lang mit ihren Toten leben. Da wird möglichst nicht geweint, um es den Toten nicht unnötig schwer zu machen. Stattdessen wird gesungen, manchmal auch gespielt, gegessen und geraucht, Hauptsache, man lässt die Toten in dieser Woche nicht alleine und gestaltet ihren Übergang so unverkrampft und natürlich, wie möglich.

Wir bemühen uns mit unserem „Bestatter“ darum, den Toten respektvoll zu begegnen und den Tod im Gegensatz zu anderen Fernseh-Krimis auch zu thematisieren. Wir erzählen in unserer Serie fiktionale Geschichten, in denen manches nur verkürzt, pointiert oder überspitzt dargestellt werden kann. Immer wieder hören wir von realen Bestattern, dass es uns und Mike Müller als Luc Conrad gut gelingt, die oftmals auch im wirklichen Leben grotesken Situationen realistisch und dennoch pietätvoll darzustellen.
Wir hoffen, Sie können das in den kommenden Folgen auch wieder feststellen.» Bettina Alber, Redaktorin «Der Bestatter»