Oje, nicht schon wieder so ein aalglatter Sunnyboy wie der deutsche Bachelor Paul Janke, schoss es mir durch den Kopf, als ich Lorenzo Leutenegger im „Bachelor“-Trailer von 3 Plus das erste Mal sah. Wie er sich mit breitestem Colgate-Lächeln sich auf den Töff setzte, durch Thailand brauste, den gestählten Body zur Schau stellte. Kein schlechter Anblick, muss ich zugeben. Sympathisch auf dem Off seine Ansage. Kann es sein, dass Lorenzo etwas lispelt? Und die anschliessende Vorschau der 21 Liebesanwärterinnen versprach auch schon viel: Und zwar Zoff und Getratsche von der ersten Minute an. Dass die JLo-Kopie aus dem Baselbiet schon bald ihre manikürierten Krallen gegen das Lipglossisüchtige Barbie-Girl Sunny ausfahren würde, war mir gleich klar. Sonnenklar.

Bachelor Lorenzo mit nacktem Oberkörper

Ex-Junggeselle Lorenzo Leutenegger (Foto: ©3+).

Doch meine Erwartungen wurden sogar noch übertroffen. Bei jedem Einzeldate war die Hölle los, alle rissen sich um den grossgewachsenen FDP-Sohnemann. Gaben Vollgas, stöggelten sich in die Pole-Position. Mal charmanter, auch mal hilflos und ab- und zu auch vulgär – alle Strategien waren dabei. Herrlich! Oder wie die Damen durch Alltagslappalien wie einem kaputten Koffer kämpften und dabei die Nerven verloren. Thats Entertainment. Überhaupt wurde Gopfridli viel geflucht. Würde man eine Statistik aufstellen, wären Worte wie Sch* und Geil auf Platz 1 und 2. Nicht gerade Knigge-Konform, aber gut für den Unterhaltungswert. Für mich war rasch klar, wem ich die Daumen drücken würde: Rachele. Die Frau ist hübsch, hat Pepp, ist lustig und auch noch was im Köpfchen. (Okay, das mit dem Poledancing könnte sie lassen).

Viele flirtige Folgen, Intrigen und Tränen später ist klar: Lorenzo hat sich für Cam entschieden. Für die hübsche, diplomatische Cam UND gegen Rachele. Schade, peccato! Hat Rachele einen grossen Pluspunkt gegenüber Cam: La Famiglia. La mamma und ihre Geschwister, die dich Lorenzo herzlich empfangen haben. Ganz im Gegenteil zu Cams Familie. Dort wirkt es so, als käme statt dem Fast-Schwiegersohn der Steuerfahnder zu Besuch, der die Auszüge der letzten zehn Jahre einfordert. Dachte, das löscht einem Familienmenschen wie Lorenzo ab. Egal, ich habe es inzwischen verkraftet, dass du dich nicht für meine „Favoritin“ entschieden hast. Aber danke für die Unterhaltung. Und danke dafür, dass du der ganzen Nation gezeigt hast, wie die Italiener flirten. Italiener sind nicht nur Weltmeister im Fussballspielen. Nein, sie sind auch grosse Klasse im Charmant-Sein, im Flirten. Grazie e buona fortuna.

Wer die Sendung verpasst hat, hier gibt es eine Best-of-Zusammenfassung:
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