Lieber Reinhold Beckmann

Bisher waren Sie für mich der propere, galante Fernsehmann. Ihre Sendungen kamen ganz passabel, unaufgeregt und professionell daher.

Zumindest bis gestern! Ihre Fussball-Analyse zusammen mit Mehmet Scholl war nicht nur so spannend wie ein Schluck Lindenblütentee, nein, sie haben eine wichtige Grenze überschritten: die des Anstandes. Wären Sie und Herr Scholl auf dem Fussballplatz gestanden, hätte man Ihnen die Rote Karte geben müssen.

Zum Fall: In der gestrigen TV-Analyse haben Sie zusammen mit Mehmet Scholl im Studio versucht herauszufinden, warum die deutsche Elf im Halbfinale so kläglich versagte. Daraufhin bezeichnete Mehmet Scholl die beiden Klasse-Stürmer Balotelli und Cassano als Pflegefälle (wie er auf solch eine schräge Wortassoziation kam, das weiss nur Gott… Tja, Fussballer sind eben nicht für glanzvolle Wortkreationen bekannt) UND Beckmann setzte noch einen drauf und bezeichnete die beiden Fussballgiganten gar als STRASSENKÖTER. Hallo, wo bleibt hier die Fairness, die auf dem Platz immer gefordert wird? Die ist in der Hitze des Gefechts wohl baden gegangen. Das darf nicht sein! Foul!!!

Reinhold Beckmann und Mehmet Scholl verdienen mehr als nur verbale Schelte, sie sollten sich öffentlich für diesen üblen Fauxpas entschuldigen und fair bleiben – egal wer gewinnt. Sie werden von der ARD bezahlt, ein Millionenpublikum sitzt vor der Mattscheibe und hört zu.

Ins Aus gedribbeltPS: Ich stehe auch gerne dazu, dass ich für Italien bin und meiner squadra azurra den EM-Sieg von Herzen gönnen würde. In diesem Sinne: Forza azurri e torna a casa Reinhold Beckmann (übersetzt: Hopp Italien und geh nach Hause Reinhold Beckmann).