Noch-Eyeworks CEO Oliver Fuchs (Foto: Eyeworks)

Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, denn das fällt morgen der Verwaltungsrat des Senders. Doch Spiegel und Süddeutsche Zeitung kolportieren die Personalie schon: Oliver Fuchs (44) soll’s im Zweiten richten. Der Schweizer aus dem Bündnerland ist kein in der Wolle gewaschenes Eigengewächs des öffentlich-rechtlichen Senders, im Gegenteil: Im Augenblick amtet er als Chef der TV-Produktionsfirma «Eyeworks Germany» und «Eyeworks Switzerland», die für RTL trashige publikumswirksame Doku-Soaps produzierte wie «Rach, der Restauranttester», «Der grosse IQ-Test», «Der grosse Deutschtest» und die am Sonntag gestartete Trash-Doku-Soap «Ich, Lothar»«Lothar – immer am Ball», in der sich „Loddar“ so präsentiert, wie er sich gerne sehen würde. Produktionen fürs ZDF und ZDFneo wie u.a. der TV-Krimi «Wilsberg» zeigen, dass durchaus auch Formate produziert werden könnten, die ein anderes Publikum ansprechen.

Oliver Fuchs soll ein jüngeres Publikum für den Sender begeistern, über dessen Publikum es scherzhaft heisst: Mit den Zweiten kaut man besser. Immerhin ist Roger Schawinski schon eine ganze Weile weg. Darum freue ich mich, dass endlich wieder ein Schweizer das Zepter in der deutschen Unterhaltung schwingen wird könnte, einer aus Graubünden, denn in Chur machte er seine Matura.

Notabene: Manchmal ist es ja kein so gutes Zeichen, wenn Namen schon vorher durchsickern. Denn erstens kommt es anders, zweitens dann doch genau so. Aber wenn: Herzlichen Glückwunsch, ZDF. Ein Mann, der eine derartige Weitsicht für kommende Trends bewies, dass er Anfang der 90er-Jahre für eine Firma namens «Cat Entertainment» arbeitete, ist mit allen Wassern gewaschen. Denn wofür wurde das Internet erfunden? Richtig, zum Teilen von Katzenbildern.