Leben im Jetzt
In der Schweiz leben rund 110’000 Menschen mit Demenz. 3’000 davon sind jüngere Menschen wie Thérèse Truninger, die selbst im Altersheim arbeitete und mit 56 Jahren die Diagnose Demenz vom Typ Alzheimer erhielt:
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Thérèse Truninger wird von ihrem Ehemann Kaspar zu Hause betreut. Den ganzen Film gibt es als DVD. Er zeigt, dass ein Leben mit Demenz möglich ist und die Krankheit nicht unbedingt mit Verzicht und Isolation einher gehen muss. Der Film dauert 42 Minuten und wurde auf Anfrage der Alzheimervereinigung realisiert, dort kann die DVD auch für 30 Franken bestellt werden.

Das Rätsel Alzheimer
Die Sendung Horizonte berichtete gestern über das Rätsel Alzheimer. Das interessante Interview mit Frau Prof. Dr. Irene Bopp-Kistler, leitende Ärztin Memory-Klinik Waidspital Zürich, befindet sich leider nicht in der Mediathek. Deshalb empfehle ich die Zweitausstrahlung vom Samstag, 24. Sept. 2011 um 11:55 Uhr auf SF1. Zuerst wird ein Film gezeigt und dann kommt das Interview.
Horizonte schreibt dazu:
Weltweit leiden mehr als 14 Millionen Menschen an der Alzheimer-Krankheit. Obwohl Mediziner und Pharmaindustrie seit Jahren mit grossem Aufwand und viel Geld nach Mitteln suchen, die Krankheit zu heilen oder den geistigen Verfall der Patienten zu verlangsamen, blieben alle Anstrengungen bislang erfolglos. Sind die gängigen Vermutungen über die Ursachen der Alzheimer-Erkrankungen falsch? Die Dokumentation stellt eine ganze Reihe von Studien vor, die ein neues Licht auf die Entstehung der Alzheimerkrankheit und mögliche Therapien werfen. Aufwendig recherchiert, beschreibt der Film zum Beispiel den Fall der Nonne Bernadette und ihrer Mitschwestern, die in einem US-amerikanischen Kloster lebten und starben. Autopsieergebnisse zeigten, dass die Gehirne einiger Nonnen, obwohl sie bis ins hohe Alter geistig fit waren und ein ausgezeichnetes Gedächtnis hatten, die Spuren einer schweren Alzheimererkrankung aufwiesen – Demenzgrad 6, das absolute Alzheimer-Endstadium. Wie lässt sich dieser verblüffende Befund erklären?
Im Anschluss an den Film diskutiert Fabienne Pfammatter im Studio mit Irene Bopp-Kistler, leitende Ärztin der Memory-Klinik des Waidspitals Zürich, über den Umgang und Alltag mit Alzheimerpatienten und den Stand der heutigen Forschung. (Autor: Thomas Liesen)

www.alz.ch
Memory-Klinik Waid (ZH)
Auskunft für Betroffene und Angehörige gibt das Alzheimertelefon 024 426 06 06 von Montag bis Freitag, jeweils von 8-12 und von 14-17 Uhr.
Paro, die Roboter-Robbe im Einsatz für Demenzkranke, ein Beitrag von ARTE.
Das Rätsel Alzheimer, Samstag. 24.9., ab 11:55 Uhr auf SF1
Arno Geiger, Schriftsteller (A) wird am 21. Oktober für sein Buch „Der alte König in seinem Exil“, das er über die Alzheimer-Krankheit seines Vaters geschrieben hat im Kulturhaus Helferei, Zürich der mit 10’000 Schweizer Franken dotierte Preis „die zweite Realität“ der Stiftung Sonnweid übergeben.

Verlorene Erinnerung
NZZ Format, Realisation Ursula Bischof, widmet sich dem Thema in drei Sendungen:

1: Leben mit der Diagnose, Donnerstag, 22. September, 23:25 Uhr, SF1
Vier betroffene Menschen und ihre Angehörigen geben Einblick in die Krankheit in unterschiedlichen Stadien. Die Ursache kennt man noch immer nicht, aber Memory-Kliniken können Demenz treffsicher diagnostizieren. Wie lebt man mit der Diagnose? Soll man „Alzheimer“, die häufigste Demenzerkrankung, offenlegen? Lässt sich der Verlauf bremsen? Bleibt Lebenszufriedenheit erhalten? Auch wenn man den Lebenspartner nicht mehr kennt?

2: Pflege am Limit, Donnerstag, 29. September 23:25 Uhr, SF1
Wer das Gestern und Morgen langsam verliert, braucht Begleitung. Die betreuenden Angehörigen kommen dabei sehr oft an Grenzen und werden selber krank. Wie begleitet man Demenzkranke? Unterstützen können Angebote wie Weiterbildung für Betreuende, Tagesstätten, das Alzheimertelefon. Die Betroffenen selber wollen weiterhin Kontakte pflegen und entdecken vielleicht unbekannte Seiten des Lebens, wie in der Musiktherapie, im Tanzcafé oder in der ressourcenbetonten Betreuung.

3: Explodieren die Kosten? Am Donnerstag, 6. Oktober, 23:25 Uhr, SF1
Kann die erwartete Verdoppelung der Zahl der Kranken in den nächsten 20 Jahren wirtschaftlich verkraftet werden? Kann man sich eine Gesellschaft vorstellen, die die moralischen und finanziellen Lasten solidarisch mitträgt? Zukunftsfähige Modelle sind gefragt, Phantasie und vor allem eine Enttabuisierung. Kinder lernen im Umgang mit Demenzerkrankten soziale Kompetenz, in Gastfamilien betreute Patienten leben gut und günstig, die von der Bürger-Gemeinschaft organisierte Demenz-Wohngemeinschaft baut auf die Solidarität der Dorfbewohner, technische Hilfen erleichtern den Alltag und „Seni-aupairs“ aus dem Osten unterstützen die Angehörigen.

Als Spezialisten sprechen u.a.:
Prof. Dr. Andreas Kruse, Direktor Institut für Gerontologie Ruprecht-Karls Universität Heidelberg
Prof. Dr. Irene Bopp-Kistler, Leitende Ärztin Memory-Klinik Waidspital Zürich
Dr. Albert Wettstein, Chefarzt Stadtärztlicher Dienst Zürich
Arno Geiger, Schriftsteller. („Der alte König in seinem Exil.“ Das Buch über die Alzheimer-Krankeit seines Vaters.)
Michael Schmieder, Leiter Krankenheim Sonnweid, Wetzikon
Birgitta Martensson, Geschäftsleiterin Schweizerische Alzheimervereinigung

Gedreht wurde u.a. bei folgenden Institutionen:
Sonnweid, Klinik für Alzheimer Patienten, Wetzikon
Musiktherapie am Waidspital mit Musiktherapeutin Antoinette Niggli
Tagesstätte Atrium der Stiftung Wirrgarten Basel mit Irene Leu
Aufsuchende Beratung der Klinik Entlisberg
Kurs für Betreuende von Alzheimer-Patienten in der Tanz- und Theaterwerkstatt Ludwigsburg mit Fabian Chyle
Kinder mit Demenzpatienten, Caritas Gelsenkirchen
Betreutes Wohnen in Familien, Freundeskreis Schussenried, Biberach
Pflegewohngruppe Adlergarten der Bürgergemeinschaft Eichstetten,
Generation Research Program der Ludwig-Maximilians-Universitat München
Margaretha Stettler, Hauspflegeservice Mönchaltorf