Schawi’s back! „Findi guet“ ist die momentane Haltung Roger Schawinskis zum Schweizer Fernsehen und der SRG, deren frühere Führungskräfte der Radojournalist zuvor fast dreissig Jahre bekämpft hatte. Aus dem Medien-Piraten wurde ein Windhose. Altersmüdigkeit oder Sendungsbewusstsein, das unbedingt über das Millionen-Zürich hinausgehen muss? Schwawinski Beweggründe, die ihn zu einer eigenen Sendung beim Staatssender trieben, blieben auch in den zahlreichen Interviews, die er vor dem Sendestart heute Montag um 22.55 Uhr gab, zumindest im Halbschatten. Er war sich auch nicht zu schade, in der SF Prime Time die Werbetrommel für seine Talk-Show zu rühren, und biederte sich sowohl bei „Glanz und Gloria“ „SF bi de Lüt – Über Stock und Stein“ und im „Donnschtig-Jass“ als Stargast beim Massenpublikum an. Ein kluger Schachzug. Senderinternes agenda setting, wie es auch die deutschen Privatsender gerne betreiben.

Signet zur Sendung "Schawinski"

He's got the Power! (Copyright SRF)

Etwas ungeschickt ist stattdessen die Logo-Kreation zur neuen Sendung. Dass sich die Sendung den Namen ihres Moderators leiht, ist in der Tat internationaler Standard seit „Larry King Live“ und anderen, wie das Schawinski in den letzten Tagen ständig betonte. Bei „Schawinski“ wird hingegen das W im Titel als nicht ganz geschlossener Kreis mit einer senkrechten Linie dargestellt. Der altbekannte Power-Knopf wie man ihn auf Stereoanlagen und Fernbedienungen findet. Erste Trailer zeigen, dass auch der Studio-Tisch der neuen Sendung sich an diesem Symbol orientiert. Vermutlich war der Gedanke, dass es zu so später Sendestunde einer Extra-Portion Energie bedarf, um bis zum Schluss wach zu bleiben.

Das "Schawinski"-Studio

Das "Schawinski"-Studio im Stand-by-Modus (Copyright SRF/Oscar Alessio)

Nur ist der Power-Knopf halt auch die Taste auf der Fernbedienung, mit der man das Gerät ausschaltet. Und tut der Zuschauer dies, ist das der Albtraum eines jeden Fernsehmachers. Soviel sollte auch Schawinski nach seiner Zeit als Senderchef im des deutschen TV-Marktes gelernt haben. Damals als Sat.1-Häuptling hatten ihn seine Indianer noch darauf hingewiesen, eine neue Telenovela besser nicht „Alles nur aus Liebe“ zu nennen, da die Fans analog zu GZSZ schnell das untaugliche Akronym ANAL formulieren würden. Aus „Alles nur aus Liebe“ wurde der Hit „Verliebt in Berlin“ mit dem unverfänglichen „ViB“ als Kurzform für Stammzuschauerinnen. Fallen solche Details bein SF wirklich niemandem auf?