ZiBBZ

ZiBBZ ist eine der spannendsten Sendungen beim Jugendsender Joiz. Als Doku-Soap fällt sie bei all dem gefilmten Radio und den Teenies-mit-der-Kamera-zu-Hause besuchen-Formaten, die der Sender sonst so bietet, sowieso aus dem Rahmen. ZiBBZ wuchs aber auch aus TV-historischen Wurzeln, die von „The Monkees“ in den Swinging Sixties bis zu Big Time Rush auf Nickelodeon heutzutage reichen. Es geht um eine Band, eben die ZiBBZ, die ihren Weg zum Durchbruch medial auswerten. Promo und Making-of zugleich – mit einer nicht zu unterschätzenden Ausgangslage.

Schönes Panorama: ZiBBZ on the Hill (Screenshot by Roland Meier)

Schönes Panorama: ZiBBZ on the Hill (Screenshot by Roland Meier)

Die ZiBBZ, was als Kurz- und Slang-Version von „siblings“ (engl. Geschwister) zu verstehen ist, sind ein richtiges Familienunternehmen. Im einzelnen heissen die Geschwister Gfeller Coco aka Corinne und Stee alias Stefan. In drei Worten zusammengefasst sind sie hübsch, hochbegabt und hyperaktiv. Auf ihrem Weg auf die ganz grosse Bühne, bekamen die zwei bisher Gütesiegel aus ganz unterschiedlichen musikalischen Ecken auf die Stirn gepappt. Gölä meint zu Stee, er „spiele wie ein Gott“ und wer wie Coco mit der Höchstklasse bei der Schweizer Militärmusik musizieren darf, muss mehr können als nur gut auszusehen.

Drei Monate verbrachten Coco und Stee in Los Angeles. Begleitet von Cocos Freund, Yves Nicollier, der als Kameramann eine Art Videotagebuch führte über die Produktion der erstem Songs für eine CD. Was handgestrickt hätte wirken können, war als Endprodukt überhaupt nicht amateurhaft. Touristische hotspots in L.A. wie das Hollywood Sign, Venice Beach und der Sunset Boulevard durften nicht aussen vor gelassen werden. Aber auch ein IKEA-Besuch und die peinvolle Suche nach einen fahrbahren Untersatz waren Thema. Trotz kalifornischen easygoing waren aber immer auch die Anstrengungen einer CD-Produktion spürbar. Connections mussten sich erkämpft werden. Feedback wurde evaluiert. Ein lehrreicher Trip für Protagonisten und Zuschauer zugleich, bei dem dank spannenden Charakteren (Coco – die patente Tätschmeisterin, Stee – der gischplige Chaot) der Humor nicht zu kurz kam, und tatsächlich so etwas wie ein für das Format so wichtiger Fortsetzungscharakter erzielt wurde. Der Aufbau der Serie wirkte von langer Hand geplant und die einzelnen Sendungen wohlkonzipiert. Es gab sogar etwas Promi-Faktor (DiCaprios Bodyguard und *kreisch* Gerard Butler)

Und doch: Trotz unermüdlichem Willen, echter Begabung und Songs, die für Privatradio-Redakteure nicht gleich auf dem Unbrauchbar-Stapel landen müssten – so einfach ist es nicht, in die Hitparaden zu kommen. Es mag unterschiedliche Gründe dafür geben. Die erste Single der ZiBBZ. www.ahh! ist bisher nicht gechartet. Trotz diverser Auftritte bei Glanz und Gloria, einer Radio-Tour, und Stippvisiten in anderen Joiz-Formaten („Shibby kocht“, „Must Have!“ UND „Living Room„). Der Durchbruch lässt noch auf sich warten. Den ZiBBZ wäre er gegönnt. Keep on rockin‘!