Kochen mit Shibby

Man kennt den Spruch von seiner eigenen Mutter: „Iss, was G’scheits!“. Die Mama von joiz heisst Christina Schmid alias Shibby. Sie ist die Küchenchefin des Senders mit einer eigenen Kochshow – passend betitelt: Kochen mit Shibby.

Vegi Shibby freuts: Endlich Rüebli. (Screenshot Roland Meier)

Vegi Shibby freuts: Endlich Rüebli. (Screenshot Roland Meier)

Kochen gehört eigentlich nicht zu den Kernkompetenzen von Musiksendern. Oder habt ihr schon mal VJs in einer Küche gesehen? Shibby hat sich ihr Format aber mit viel Web-2.0-Fleiss erkämpft. „Kochen mit Shibby“ gab es schon vor dem joiz-Sendestart. Seit August 2009 publiziert shibby nämlich selbergemachte Clips mit selbergemachtem Food auf vimeo. Über 150 Mal bereitete sie für die Webcam Mahlzeiten nach dem immergleichen Schema vor: Im Schnelldurchlauf und ohne Worte. Und brachte es so zu etwas Social-Media-Fame.

Ihre joiz-Sendung wurde um das nicht unwesentliche Detail „gesprochene Wörter“ ergänzt, funzt aber im wesentlichen immer noch als Kochrezepte-Verbreitung mit Schmunzelfaktor. Einfach nicht mehr in Shibbys eigenen vier Wänden, sondern zu Gast bei Freunden. Ursprünglich dachte ich, Shibby würde – was gisch, was häsch – etwas auf den Tisch zaubern mit dem, was sich im Kühlschrank der Besuchten halt gerade so findet. Doch da die meisten Teens und Twens ausser Ketchup nicht viel mehr im Kühlschrank haben, müssen Shibby und ihre Anhängsel meist doch einkaufen gehen. Dafür gehen sie schön abwechslungsreich in der einen Sendung in den Coop und der nächsten in die Migros, ohne dass sie sich dafür wohl etwas bezahlen lassen. Aber um die Werbeeinnahmen wird es bei joiz wohl sowieso noch nicht so rosig stehen.

Brutzelts im Ofen, wuselt die blödelnde Gwundernase in der besuchten Wohnung rum, um die Wartezeit zu überbrücken. Das vemittelt etwas den Groove von „Joya rennt“ – einfach ohne Tempo – und ist nur spannend, wenn auch die Mitkocher nicht langweilig sind. Es gab in der Geschichte der Sendung nebst anderen Selbstdarstellern Bands, die sich mit Umweg über die Küche etwas Schleichwerbung für ihre Musik erwarteten. Mittlerweile ist der Anmeldungsandrang so shitter, dass Shibby regelmässig die Kollegen aus der joiz-redaktion besuchen muss.

Nichtsdestotrotz: Shibby kanns, das Kochen. Vielleicht nur einige Tricks, denn das Gefühl von Déjà-vu beschleicht einen nicht selten. Zum Beispiel der Trick mit der Zitrone, die man besser von Hand auspresst, und sie dazu zuerst auf dem Tisch rollt. Ein Shibby-Klassiker ist auch, dass sie jede zweite Sendung etwas kleinhaut. Nicht das Mobiliar ihrer Gastgeber sondern Nüsse, Schoggi oder Cornflakes. Aber mit dem Schauen kommt auch der Appetit, immer noch der wichtigste Inhaltsstoff einer Kochshow. Mein Tipp also: Shibbys Rezepte wöchentlich online runterladen, die sind nämlich wirklich fein, und die Sendung zwischendurch auch mal auslassen.

Kochen mit Shibby – immer dienstags um 19.30 Uhr auf joiz.
Danach Wiederholungen im 24-h-joiz-Loop und auf immer und ewig auf joiz.ch 

http://twitter.com/#!/shibby