CUT

Ende Juni ist es soweit. Ein Vierteljahr joiz! Wie die Jungs und Mädels vom Jugendsender macht mattschiibe.ch alles ein bisschen anders und pfeift auf die hundert Tage Schonfrist, die einem Politiker im neuen Amt zugesprochen werden. Ich habe täglich reingeschaut und die Fast-Forward-Taste nur dann angeklickt, wenn ein Videoclip zum zweiten Mal kam, oder es anderweitig zu langweilig wurde. Ich kenne die Furz-Strichliste im Probenraum der ZiBBZ, ich followe @guelshaaa, ich weiss, wo Alexandra die „Pille danach“ am liebsten kauft und welcher VBZ-Boss Knackeboul erlaubt hat, Trampassagiere zu belästigen. Kurzum: Die Auseinandersetzung mit der Materie war exzessiv, und jetzt müssen die Gedanken raus. In loser Folge geht’s ab heute in die Einzelkritik. Den Anfang macht die Film-Sendung CUT.

Schimun Krausz, sogar die Hosen sind "cut". (Screenshot by Roland Meier)

Schimun Krausz: Sogar die Hosen sind "cut". (Screenshot by Roland Meier)

Die kommt immer mittwochs, weil am Donnerstag  die neuen Filme starten, wie Moderator Schimun Krausz in wirklich jeder Sendung zu sagen pflegt. So lässt sich genauso einfach Sendezeit verplempern, wie mit dem in die Kamera halten von oft minderwertigen Filmdevotionalien, die man gewinnen kann, wenn man einfache Fragen beantwortet. Ein paar Scherz-komm-raus-du-bist-umzingelt-Witze, und fertig ist die aktuelle Kinosendung, oder das, was man an der Schärenmoosstrasse darunter versteht.

Dummerweise haben die Kollegen von „Box Office“ auf SF zwei, die Idee schon verwertet, dass Webcam-User ihre Meinung zu einem neuen Kinofilm kundtun können. Diese Zusammenschnitte hätte bestens in die crossmediale Strategie von Joiz, die ganz auf Zuschauer-Interaktion setzt, gepasst. Jetzt bleibt Schimun nichts anderes übrig, als das teure Green-Screen-Studio wenigstens einmal in der Woche zu besetzen und Filmkritiken anzukünden.

Die Beiträge bei CUT sind in Mundart und unterscheiden sich wenig von dem, was nicht auch ein Star TV in seiner Kino-Sendung zu bieten hätte. Etwas „Gang der Handlung“ nicht allzu kritisches Fazit, dazu die Bewegtbilder, welche halt vom Verleih zur Verfügung gestellt wurden. Bei Star TV moderiert das die unwiderstehliche Lara Wolf. Und gegen die macht ein Schimun in allen Belangen zweiter. Bei Star TV gibt’s auch leicht gehaltvollere Star-Interviews und nicht diese Pseudo-Fragen, welche Joiz-Zuschauer via Facebook stellen. Das soll dann interaktiv wirken, weil die Hollywood-Stars die Namen der Fragenden in ihren Antworten nennen. Im Stile von „Yes, Regula, I love acting!“ Die englischen Antworten der Stars werden dann untertitelt, was irgendwie kontraproduktiv wirkt. Denn CUT ist genauso unnütz wie die meisten Kinomagazine der deutschsprachigen Sender, und richtet sich in erster Linie an die Fans von Synchronfassungen. Und die können bekanntlich nichts mit Untertiteln anfangen.

Cut – immer mittwochs um 19.30 Uhr auf joiz.
Danach Wiederholungen im 24h-joiz-Loop und bis in alle Ewigkeit auf joiz.ch.