Frau bei Intimrasur, Skulptur im Castello Sforzesco, 12. Jahrhundert (cc wikimedia)

Frau bei Intimrasur, Skulptur im Castello Sforzesco, 12. Jahrhundert (wikimedia)

Heute geht es um ein Thema, das sowohl haarig als auch intim ist: Die Verbannung des körpereigenen Fells aus den südlicheren Gefilden des Körpers. Die „Gillette Venus Studie“ enthüllt, dass sich jede zweite der befragten Frauen schon (mindestens einmal) zwischen den zwei grossen Zehen von den „langen Hornfäden“ (danke Wikipedia) befreit hat. Dass enthaarungswillige Frauen auch noch sportlicher sind, überrascht da kaum noch.
Der Grossteil der Göttinnen (ein Drittel) bevorzugt den „Hollywood Style“, das bedeutet nackte Tatsachen: Komplettenthaarung ist hier Programm, also „Roberto Blanko“.
Den haarigen Tatsachen rücken mehr als 50 % mit dem Nassrasierer auf den eigenen Leib. Dabei legen die Damen der Schöpfung auch noch Tempo vor: 48 % benötigen weniger als vier Minuten für den gepflegten Kahlschlag.

 

Barbara Schöneberger hält nach eigenen Angaben nichts von derartigen Aktivitäten, im Gegenteil, für sie ist so etwas „die Negation von Sexualität“. Ja, ne is klar, Barbara. Vielleicht sollten wir dich in Zukunft Barbara Busch nennen, obwohl, die gibt es ja schon ist aber noch älter. Auf jeden Fall ist Frau Schöneberger noch nicht zu alt, um die „Bravo“ zu lesen. Ihr Statement zur Intimrasur gibt’s ab 4 min 45 sek. Doch da DAS GANZE Interview Gespräch mit Katrin Bauerfeind sehenswert ist UND auch noch witzig UND lehrreich (Stichwort: Wie zeige ich als Frau meine Ware wahre Sexyness der Kamera), posten wir es hier in vollerer Länge, da auch wir unserem Service public durchaus nachkommen wollen:
YouTube Preview Image YouTube Preview ImageBeim gebührenfinanzierten 3Sat ist man sich der eigenen Aufgabe als Bildungsfernsehen auf jeden Fall ebenfalls bewusst. Anzumerken ist vielleicht noch, dass das Spriessenlassen eher der abendländischen Leitkultur entspricht. Wer mehr wissen will kann ja bei Wikipedia nach „Schamhaarentfernung“ suchen. Das Thema hatte schon in den 80er-Jahren einen Zopf, zumindest in der Werbung:

Rapunzel in der Werbung (via ring2.de)

Rapunzel in der Werbung (via ring2.de)

Die männlichen Befragten unter dreissig Jahren bevorzugen mit überwältigenden 80 % einen aufgeräumten Center Court und fehlende Achselbehaarung. Musikalisch gibt das Schöneberger’sche Statement auch noch was her:
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(Disclaimer: Ja, Männer enthaaren sich auch. Wissen wir. Gab jetzt aber für diesen Artikel nicht wirklich was her)