„Noiz“ ist die Nachrichtensendung auf der neuen „crossmedialen Plattform“. Der Tiefflieger am Joiz-Himmel hatte die undankbare Aufgabe den Startschuss des Senders abzuwarten und als erstes über die Schirme zu flattern. Aber auch nach der dritten Ausgabe kommt dieses Format nicht auf eine akzeptable Flughöhe. Fernsehhistorisch interessant wird einmal sein, dass „The Creep“ von The Lonely Island feat. Nicki Minaj & John Waters der allererste Videoclip war, der auf Joiz je lief. Vielleicht ist das in zehn Jahren mal die 50’000 Euro-Frage bei „Wer wird Millionär?“

Zum Inhalt: Schimun und Gülsha sind zwei birnenförmige Bleichschnäbel in einer Europoolpaletten-Landschaft vor Green-Screen-Wänden, die Neuigkeiten erzählen sollen. „Noiz“ eben. Doch Doppelmoderationen gehören zur Champions League der Ansagerwelt. Und die einzigen, die das im deutschen Sprachraum beherrschen sind Sonja Zietlow und Dirk Bach. Und auch die schaffen das nur während zweiter Wochen im Australischen Dschungel mit talentierten Autoren im Rücken. Gülsha und Schimun sind Indie-Vögel mit radiotauglichem Aussehen, die sich bei „Sounds“ auf DRS3 besser mausern würden, als die Conferenciers, welche den täglichen Joiz-Sendungs-Loop einsingen. Nach ihnen kann es jeweils nur besser werden. Ihre News haben wenig Substanz. Schimun muss man aber zugute halten, dass die Internetvideos, die er jeweils vorstellt, vor höchstens sieben Tagen hochgeladen wurden. (Beispiele: Dogboarding und Steven Seagals Drescherei) Spannend wird sein, was die zwei in der Rubrik „Alts“ noch hervorkramen werden. Das Gegenkonzept zum Sendungstitel sieht vor, wöchentlich Trouvaillen aus den 90ern zu präsentieren. (Als erstes waren die Yes-Törtchen-Werbungen dran…), obwohl die meisten Joizzer dieses Jahrzehnt wohl nur aus der Kinderaugenperspektive erlebten.

„Noiz“. Montag – Freitag um 17.00 Uhr (Erstausstrahlung).
Danach alle 3.5 Stunden als Wiederholung im Joiz-Loop.