„Die Kopfstandboonk.“

Die deutschen Einschaltquoten zur Auftaktsfolge am Freitag waren phänomenal. Wohl nicht zuletzt deshalb gab’s am Samstag kurzfristig 90 statt 60 Minuten „Dschungelcamp“. Schadet die Überzeit dem Format? Nicht wenn’s auf die Meta-Ebene geht.

Oder war die unangekündigte Programmänderung der Tatsache geschuldet, dass Rainer Langhans vor seiner Dschungelprüfung eine Grundsatzdiskussion vom Zaun riss? Der Wuschelkopf hatte elf Minuten mit Tausenden Kakerklaken in einem Glassarg zu verbringen und bezichtigte die Redaktion der „Tierquälerei“. Ganz so, als hätte er die Sendung noch nie gesehen, und als dass es vorab keine vorbereitenden Gespräche gegeben hätte. Erst als der Lagerarzt Dr. Bob versicherte, dass so ein Alt-Hippie keine Gefahr für Schaben darstellt, die sogar einen Atomkrieg überleben könnten und Missy drauf hinwies, dass alle Dschungelprüfungen einem Vertreter der Royal Society for the Prevention of Cruelty to Animals zur Abnahme vorgelegt werden müssen, war er umgestimmt. Die Tortur liess er aber dann stillschweigend und ganz in sich gekehrt über sich ergehen. Verzweifelte Versuche seitens Missy und Dicky, Langhans in ein Gespräch zu verwickeln, scheiterten. Es wäre für den Zuschauer wohl interessanter gewesen, wenn er die Sache mit jeder Kakerlake einzeln ausdiskutiert hätte. Öffentliches Anprangern der Show-Regeln innerhalb der Sendung und de facto Verweigerung der Prüfung? War das Casting von Langhard vielleicht sogar ein Fehler von RTL?

Zerdehnt wurde die Sendung, für jedermann ersichtlich, am Ende. Es dauerte länger als üblich, bis den Campern das Resultat der Zuschauerwahl bekannt gegeben wurde, und man blieb länger live im Lagerinnern danach. So leicht lassen sich die Gags dann doch nicht verfielfachen, wenn die Sendezeit plötzlich um die Hälfte verlängert wird. Die Sendung bleibt „ein ständiger Spagat“. So formulierte es Dicky, als er den Glassarg als feuilleton-freundliche Hommage an die schöne alte deutsche Märchenkunst verstanden haben wollte und Missy nur mit Märli-Scherzen unter der Gürtellinie konterte („Knüppel in die Saxx!“). Noch 14 Folgen bis zum Finale!

“Ich bin ein Star – Holt mich hier raus!” –
Bis zum 29. Januar , täglich um 22:15 Uhr bei RTL.