Heute Letzten Freitag war ich beim neuen, aufstrebenden Stern am Deutschschweizer Senderhimmel zu Besuch: bei  Joiz TV in Zürich. Alexander Mazzara (CEO) und Peter Schulz (CTO), meine Gastgeber, waren nicht nur freundlich, sondern auch sehr offen im persönlichen Gespräch. Und so sehen die beiden Herren aus:

Die Joiz-Chefs: Alexander Mazzara (l.) und Peter Schulz

Die Joiz-Chefs: Alexander Mazzara (l.) und Peter Schulz

Bei Joiz geht es aber nicht nur, sondern auch, um TV, also Fernsehen. Laut offiziellem Slogan  ist „Joiz – Die Schweizer crossmediale Plattform. Musik, gesellschaftliche Themen, Lifestyle und Games – verknüpft im TV, Web, Mobile und den sozialen Medien.“ Und in der Tat sehe ich hier kreative Ansätze, die den Platzhirschen etablierten Anbietern ein Dorn im Auge, oder vielleicht gar ein Tritt in den Hintern sein könnten. Wo andere ihre Zielgruppe, wie Helmut Thoma in der Gruppe der 14 – 49-Jährigen sehenvermuten, einer Zielgruppe, die an Schwammigkeit kaum zu überbieten sein dürfte, setzen die JOIZler auf die Jugend und jungen Erwachsenen, die vom „normalen“ Fernsehen fast nicht mehr erreicht wird: die Teens und Twens.

In der Tat, für diese Gruppe gibt es nur sehr wenig Programm und den geänderten Sehgewohnheiten der sogenannten Digital Natives wird auch keine Rechnung getragen. Darum will JOIZ mehr als nur Fernsehen werden: Die digitale Verlängerung der filmischen Inhalte. Die Macher setzen dabei voll auf Socialmedia und Mobile mit Facebook, Twitter und Co. Also aktuelle Kommunikationsmittel, die heute in der breiten Masse nicht nur angekommen, sondern ein wichtiger, wenn nicht sogar wichtigster Teil, der täglichen Kommunikationsroutine sind.

Das geht natürlich alles nur mit moderner Technik, und so sind nun die Handwerker angetreten, die die neuen Räume ab November bezugsfertig haben sollen. Ach ja, ich habe ja noch gar nicht gesagt, wo die neuen Räumlichkeiten liegen: in der Schärenmoosstrasse 77, 8052 Zürich, in Sichtweite des „Leutschenbachs“, wie das Schweizer Fernsehen auch genannt wird. Die Räumlichkeiten werden erstmalig bezogen, und so durften sich die Planer austoben und müssen keine bauartlichen Kompromisse eingehen.
500 Quadratmeter mit vier Metern Deckenhöhe bieten mehr als genug Platz für zwei Studios und die Mitarbeiter.  So soll’s aussehen, wenn’s fertig ist:

3D-Plan joizTV

3D-Plan joizTV

Eines der Studios wird ein Virtuelles Studio, d.h. mit Greenscreen ausgestattet, die Moderatoren agieren in einer digital zum Leben zu erweckenden Umgebung. Statt einem Aufgebot an Technikern und Verantwortlichen, wie es bei den grossen Sendern üblich ist, wird der Moderator zum Entscheider und so zum Meister seiner Sendung.

Das virtuelle Studio @joizTV

Das virtuelle Studio @joizTV

Apropos Sendung: Alle Sendungen werden archiviert und sind online abruf- und kommentierbar. Dieses Archiv soll das umfangreichste Senderarchiv der Schweiz werden.

Ausser dem virtuellen, gibt es noch ein „analoges“ Studio, das „Sofa“-Studio. Hier können in gemütlicher Atmosphäre Interviews geführt. Auch hierfür spricht die Standortwahl: Wenn berühmte Superstars in Zürich gastieren, ist das Joiz-Studio nur einen Steinwurf vom Hallenstadion entfernt. Einem kurzen Besuch und Interview steht dann kaum etwas im Wege. Auch den bewundernden Fans steht kaum etwas im Wege: Das Sofa-Studio ist durch die grossen Fenster sehr leicht einzusehen, so kann der Begeisterte von draussen einen Blick auf das Objekt der eigenen Bewunderung werfen.

Das "Sofa"-Studio

Das "Sofa"-Studio

Ein toller Service.

Züri z'lieb

Blick aus dem Fenster vom Sofa-Studio: «Züri z'lieb»

Da hier offenbar für alles bestens gesorgt wird (tolle Räumlichkeiten, tolle Mitarbeiter, tolle Technik, tolles Konzept), drängt sich eine Frage geradezu auf: Wie finanziert ihr das alles?
Joiz ist eine Aktiengesellschaft: Geld kommt von den Aktionären und Creathor Venture, einer Startup-Investment Firma, die z.B. auch hinter dem Mobilkontaktnetzwerk aka-aki steht und dem Schweizer Vorzeige-Webterminkalender doodle.
Der geschäftsführende Vorstand und Mitgründer Alexander Mazzara ist schon seit langer Zeit in vielen Funktionen im Schweizer und deutschen Fernsehen unterwegs: als Redakteur bei VIVA, Reporter für RTL/ProSieben (Schweiz) (passenderweise als Produzent von „Start up – Der Weg zur eigenen Firma“) und als Redaktionsleiter beim Schweizer Fernsehen, u.a. für das Wirtschaftsmagazin «ECO» und «10 vor 10».
Laut Alexander sind die finanziellen Polster gross genug, damit die Anlaufzeit ohne Probleme überbrückt werden kann, bis dann der Werberubel ordentlich rollt, der übrigens von der Publigroupe hereingespült werden soll.
Der Co-Gründer und Technik-Vorstand Peter Schulz ist ebenfalls ein alter erfahrener Hase, wenn es um TV und Technik geht. Er war unter anderem bei RealNetworks tätig. Ja, das sind die mit dem RealPlayer. Viel dicker geht’s kaum!
Dann ist da noch der Journalist Kurt Schaad zu nennen, der ebenfalls seit 2010 bei Joiz an Bord ist. Der ehemalige Redaktionsleiter (und Chef von Alexander) bei «ECO» gewann 2010 den „Schweizer Fernsehpreis von Tele und TV-Star„.

Joiz bei Twitter @joiztv

und Joiz bei Facebook.

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