Nun ist also passiert: Michael von der Heide ist beim Eurovision Song Contest in Oslo ausgeschieden. Die Schweiz ist raus. Wieder einmal. Der reflexhafte Ruf nach einer Absage an den ganzen Wettbewerb wird wieder laut. Klatschheftli.ch nahm noch gestern Abend unter dem Titel Il pleut des larmes die heutige mediale Ursachensuche* vorweg und machte einen einzigen Verantwortlichen aus: den medien- und kamerascheuen Michael von der Heide. Bescheidenheit ist ja bekanntlich eine Schweizer Tugend, nur eben an einem Karneval der Selbstdarsteller, wie dem Eurovision Song Contest fehl am Platz. Wenn dann noch Kameraleute beschimpft und von der Bühne gedrängt werden, tja, dann sieht es auch für Goldjungen mitunter trübe aus:

YouTube Preview Image (via Klatschheftli)

In den internationalen Medien ist die deutsche Oslo-Hoffnung Lena Meyer-Landrut schon ein anderes Kaliber. Sie flirtet mit den Medien, sagt und tut auch gerne mal etwas ungewöhnliches, und sieht dabei (noch) immer supersüss aus.

Exemplarisch dafür ist ein kurzes Interview mit Lena mit Lukas Heinser von oslog.tv:

Oslog (8): Lena, Hape und wir
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Der Kommentator HUCK schreibt dort: „Warum kann man die Jena Müller-Landshut denn nicht wirklich doof finden? Man kann doch immer alle Leute nach kurzer Zeit doof finden. Was ist denn das für eine Magie? Hilfe! Ich bin gefangen in einem Sympathiestrudel!!!“

Sogar wissenschaftliche, in diesem Fall astronomische Fakten, werden anhand des Textes von „Satellite“ bei den scienceblogs auf ihre physikalische Wahrhaftigkeit überprüft:

Eurovision Song Contest und der „Satellite“ aus astronomischer Sicht

Ob das alles reichen wird? Wir werden sehen.  Mal luege, für wen die Schweiz stimmen wird. Lena Meyer-Landruts Plattenfirma Universal bittet über eine Rechtsanwaltskanzlei munter illegale Filesharer zur Kasse. Pro „Satellite“ werden pauschal 1.200 Euro fällig, wie gulli.com berichtet.

Wer vom ESC nicht genug bekommen kann, der sollte nicht versäumen songcontest.ch zu besuchen, das vielleicht profundeste Archiv zum Eurovision Song Contest und seiner Geschichte. Ist übrigens ein Schweizer, der das unabhängige Portal füttert und hegt.

Nota bene: Die Abkürzung für den Eurovision Song Contest lautet ESC, sinniger Weise ist das auch die Abkürzung für Escape, also das Wort für Ausstieg, Rettung oder Flucht.

*Ursachensuche:
La Suisse n’existe pas (20 Minuten)
Goldjunge landet auf Schrottplatz (Blick)
TV-Kritik: Verfluchter Song Contest (Tagesanzeiger)