Die NDR-Fernsehspiel-Chefin Doris Heinze hatte bis vor ein paar Tagen einen tollen Job: Sie durfte die Drehbücher für Eigenproduktionen des Norddeutschen Rundfunks aussuchen, z.B. für den «Tatort». Den Job ist sie los: Sie nutzte ihre Position dazu, um Drehbücher ihres Mannes zu verfilmen. Statt den Vorgang offiziell über die Bühne zu bringen, wurden die Drehbücher unter dem Pseudonym Niklas Becker eingereicht. All das reicht schon für einen veritablen Skandal. Peinlicher Weise hat sie wohl auch eigene Drehbücher unter falschem Namen an ihren Arbeitgeber verkauft: Für eigene Drehbücher gibt es sonst „nur“ 50 %.
Abgesehen von Jobverlust und Demontage ihres guten Rufs, prüft der Sender nun auch Schadensersatzansprüche. Die Ausstrahlung des Films „Die Freundin meiner Tochter“ steht in Frage: Der Spielfilm
mit Edgar Selge und Katrin Sass ist für den 23.9. um 20.15 Uhr in der ARD geplant. Das Drehbuch stammt offiziell von Marie Funder-Donoghue, ein Aliasname von Doris Heinze …


Naja, die ARD-Verantwortlichen sollten die Kirche im Dorf lassen: Der Film ist bereits mit öffentlichen Geldern bezahlt und produziert, und sollte darum auch, wie geplant, gesendet werden.

(Quelle: Spiegel, Süddeutsche)

(Anmerkung: Dieser Artikel wurde bereits am 31. August geschrieben, doch leider jetzt erst veröffentlicht. => Die Ausstrahlung des Films „Die Freundin meiner Tochter“ erfolgte planmässig.)