Schule ist Luxus

Hansjörg  Enz besucht eine Schule. Seit er im Kongo ist, bezahlt er Geld für ein Mädchen, Semiret, das deswegen als einziges von sieben Geschwistern zur Schule kann. Die Lehrer selbst können trotz Schulgeld nur einmal im Tag essen, mehr vermögen sie nicht.

Hansjörg Enz gibt als Star ein Fernsehinterview. Das Fernsehen besteht aus drei 3 „Zimmerli“, die Umdekorierung besteht aus einem Bild, das im Hintergrund an- oder abgehängt werden kann. Er meint: „Diä sendä rund um d Uhr.“ Dann spricht er ins Mikrofon: „Je m’appelle Hansjörg Enz. Je viens de la Suisse…“

Hansjörg Enz sieht sein neues Zuhause an. Schmuckstück ist die sehr grosse Küche. Die war vorher eine Bar. Aber die Zimmer, die sind schmuddelig und in desolatem Zustand. Wenn Anita kommt, muss das Paar wohl erstmal eine Woche putzen: „Das schisst a.“ Wenigstens ist die Aussicht traumhaft schön.

Traum oder Albtraum?

Isla Margarita: Wieder einmal soll der Landverkauf unterschrieben werden. Inzwischen ist der Preis dreimal höher als ursprünglich abgemacht, rund 160’000 Franken kommen zusammen durch Preistreiberei und dubiose Vermittler. Als es endlich klappt, sind Claudio und Theres stolze, aber frustrierte Besitzer. Theres: „I bi grad hinger ä Chuelschrank und ha diä erschti Reihä Schoki gässä.“ Gracias Alicio.

Es ist ein Tag vor Heiligabend. Claudio ist zu Besuch bei einem Freund. Ein Schwein wird geschlachtet. Das muss Theres nicht sehen, sie ist zuhause. Dann folgt der nächste Abend. Weihnachten 2008, Fest bei Freunden mit Tanz und Schweinebraten. Theres packt ihr Schweinefleisch ein für die Hunde. Hoffentlich hat es niemand gesehen!

Heute sollen die Bauarbeiten beginnen. Theres: „Gönd mer go luägä wo dr Bagger isch.“ Claudio stellt fest: „Dr Einzig wo us begrüesst, isch dr Hund!“ Schliesslich finden Theres und Claudio die Arbeiter und ihre Familien sitzend vor. Heute wird nicht gearbeitet. Einmal mehr läuft das Paar ins Leere.

Klavier im Zimmer

Dubai: Selina erhält ein neues Kleid für 50 Dollars und beide Kinder je eine neue Tasche für zusammen 30 Dollars. Monika hat gefeilscht.

Der erste Schultag an der Greenfield Community School: Chiara (8) hat Glück, ihre Klassenlehrerin ist eine Deutsche. Sie erinnert die Kinder,  zurückzudenken, wie ihr erster Schultag war. Was sollten wir tun? „We should help her!“ Meint eines der Kinder zurecht. Schon hat Chiara eine erste Freundin. Bei Selina (10) wird gesungen, übersetzt heisst das Lied: „Wir sind nur ein kleiner Teil von der Welt, aber gemeinsam sind wir stark und haben nichts zu fürchten.“ Auch für Selina geht der erste Schultag zu Ende.

Maccionis haben ihr Traumhaus gefunden. Aber der Boden ist dreckig. Erstmal putzen Monika und Reto. Dann werden die Möbel geliefert. Aber die Zügelmänner wollen das Klavier nicht in Selinas Zimmer hochtragen. Es ist ihnen zu schwer. Schliesslich lassen sie sich doch überreden und tragen zu acht (!) das Klavier hoch.

Glücklich mit Kühen

Kanada: Bisher hatten Sandra und Duncan Gano noch keine Kühe. Als erstes können sie eine ältere, trächtige Kuh für 400 Franken ersteigern. Am Schluss haben sie endlich 6 Stück, alle trächtig. Bereits am selben Abend treffen die Kühe ein. Weit über 100 Kühe brauchen die Ganos noch, um ihre Farm wirtschaftlich betreiben zu können.

Die trächtigen Kühe stehen im Stall, es ist kalt und Sandra knuddelt den Hund, den die Ganos von Nachbarn erhalten haben. Duncan hätte gerne eigene Kinder, Sandra eher nicht, obwohl langsam hat sich Duncan damit abgefunden, dass sie wahrscheinlich kinderlos bleiben.

Inzwischen besitzen die Ganos 140 Kühe. Zehn kleine Kälber sind schon auf der Welt. Wir wohnen mit Duncan der Geburt des elften Kalbes bei. Zuerst bewegt es sich nicht. Ist est gar tot? Duncan berührt es, da kommt Leben in das Tier. Es lebt. Wird es die Mutter annehmen? Ja, es dauert eine Weile, dann beginnt sie es zu lecken. Duncan verlässt den Stall und tritt in die eiskalte Nacht.

Spideralarm

In Australiens Wüste hat Familie Schmid Besuch von einer Huntsman-Spinne. Das Web sagt, sie ist nicht giftig, aber ihr Biss kann Kopfschmerzen etc. verursachen. Cabot bringt die Spinne nach draussen. Nicht weit genug, wie Dina zurecht findet, nun kann sich die Spinne erneut anpirschen.

Amira will sich nicht von ihrem Papa verabschieden. Er wird zwei Tage unterwegs sein. „Amira, wir verabschieden uns immer, man weiss nie, wann es das letzte Mal ist.“ Dina ist gestresst und wütend, zwanzig Tage pro Monat ist Cabot unterwegs als Touristenführer. Das ist nicht einfach für die junge Mutter. Schliesslich klappt es doch noch mit der Verabschiedung.

Cabot führt heute Schweizer in den Outback. 100 Kilometer unbefestigte Strasse müssen sie fahren. Das schüttelt nicht nur die Menschen tüchtig durch. Ein Pneu verliert hörbar an Luft. Reifenwechsel bei knapp 40 Grad, nicht gerade das was man sich wünschen mag, aber es gehört zu Cabots Job. Die Fahrt geht weiter Richtung Kings Canyon. Jetzt geht’s in den Busch. Alle marschieren hintereinander und Cabot ermuntert: „Die Schlangen verziehen sich in der Regel, die haben Angst vor euch.“

Kommentar: Wie verabschiedet sich ein Papa von seinem kleinen Mädchen? Wie verabschiedet sich ein Mann von seiner Frau? Sicher nicht mit Worten wie: Vielleicht sehen wir uns nie wieder. Ein Kind, das so viele Male Abschied von seinem Vater nehmen muss, braucht ein liebevolles Ritual, das ihm Sicherheit gibt. Der Papa könnte zum Beispiel den Teddybären zu seinem Stellvertreter ernennen: „Es tut mir auch weh, dass ich gehen muss, aber Teddy schaut zu dir, wenn ich weg bin. Ich komme wieder, wenn die Nacht vorbei ist. Ich liebe dich.“ Wer möchte sich nicht an solche Worte erinnern?