Aufbruch (1/5)

Fünf Auswanderungen wurden ein Jahr lang vom Fernsehen begleitet. Jede Auswanderung hat eine Vorgeschichte, diese wird aber nicht gezeigt. Wie sollte das auch möglich sein, in so kurzer Sendezeit? In 45 Minuten wird der Abschied von der Schweiz und die Ankunft im neuen Land von fünf verschiedenen Personenkonstellationen aufgerollt. Die Familie Schmid wandert mit den Kindern und dem Hund nach Australien aus, Hansjörg Enz geht für zwei Jahre in den Kongo, die Familie Maccioni zieht es mit den Kindern von Niederbipp nach Dubai, Sandro und Duncan Gano auf eine Farm nach Kanada und für Claudio Candrian und Theres Brunett heisst das Ziel Isla Margarita, Venezuela.

Welches sind die letzten Bilder, die die Auswanderer von der Schweiz mitnehmen und welches sind die ersten, bleibenden Eindrücke im anderen Land? Das Haus, die Wohnung wird geleert und in Container gefüllt. Es muss entschieden werden, was kommt mit und was bleibt da, schon das gäbe mindestens eine Sendung pro Person, denn Auswandern ist Schwerstarbeit.

Für die Familien mit Kindern heisst das typischerweise, der Vater geht voraus und arbeitet bereits im neuen Land und die Frau packt allein mit den Kindern und reist nach. Nach sechs Stunden ist das Haus geräumt, der Container gepackt, heisst es bei Familie Schmid. Was dabei aber in den Menschen vorgeht, das wird nur am Rande gezeigt, wie die Tränen beim Abschied oder beim Wiedersehen und doch berührt es uns.

„Wenn i jetz nid würd go, de gan i niä meh“, meint Hansjörg Enz und verabschiedet sich von seiner Frau Anita für zwei Jahre, obwohl er Abschiede nicht mag. „Wie lange bleiben Sie?“ wird Monika Maccioni am Flughafen gefragt: „Für immer“, antwortet sie strahlend.

Kommentar: Kann sie auch, denn die Familie hat eine Wohnung in der Schweiz als Zweitwohnsitz und verbrachte soeben ihre Ferien hier. Hin- und hergehen zu können erleichtert einiges und doch: Auswandern ist ein prägendes Erlebnis mit ungewissem Ausgang.

Fortsetzung: Freitag, den 11. September um 21 Uhr auf SF 1