Roger hat’s wieder gepackt! Nachdem im Vorjahr Rafa Nadal die bessere Taschenlampe eingepackt hat, konnte dieses Jahr zumindest lichttechnisch im grünen Bereich fertiggespielt werden.

Dennoch sollte man sich in Wimbledon einiges überlegen bzw. wäre verbesserungswürdig:

  • Zuerst hiess es: „kein Flutlich!“ Doch als Murray gegen Wawrinka spielte, ging das Dach zu und plötzlich konnte bis in alle Nacht weitergespielt werden. Wiederholt wurde dies allerdings nicht, obwohl es durchaus die Attraktivität des Spielbetriebs erhöhen würde, wenn die Spiele nicht schon um 13:00 Uhr Ortszeit beginnen würden.
  • Der Platz war einmal mehr ab Mitte des Turniers in einem miserablen Zustand. Roddick konnte teilweise nicht mal mehr die Bälle vernünftig aufdotzen. Federer spielte Bälle die Nahe der Grundlinie aufschlugen nur noch auf gut Glück zurück.
  • Das Hawk-Eye war ein schlechter Scherz. Obwohl schon in der ersten Woche klar war, dass da irgendwas nicht stimmte, brachte es die Turnierleitung nicht fertig, das Ding zu justieren.
  • Der Schattenwurf des neuen Dachs: Fehlberechnung! Dieser brachte mit zunehmend tiefen Sonnenstand zusätzliche Spannung ins Spiel: teilweise war genau ein Viertel des Feldes des aufschlagenden Spielers in der Sonne, der Rest im Schatten. Der Rückschläger war da klar im Vorteil (auch Federer beim alles entscheidenden Break).
  • Henman Hill: Abschaffen! Sicherheitsrisiko und Spiegel der arroganten Zweiklassengesellschaft eines altehrwürdigen Tennisklubs im Süden Londons. Lieber alle gratis in den No. 1 Court packen. Hinzu kommt, dass im gestrigen Finale sämtliche verfügbare Prominenz noch ein Tabourettli auf dem Centre Court bekam (Woody Allen mit „Tochter“, Russel Crowe mit Pfeilbogen, David Coulthard und seine Mutter, Mikey Ballack u. a).
  • Spieler-Box: die arme Mirka musste ständig Angst haben, von Brooklyn Decker in den Rücken „gepünggt“ zu werden. Okay, Gavin wäre ihr wohl beigestanden, aber da taucht schon die Frage auf: kein Geld für zwei separate Boxen?
  • Keine persönliche Verdankungen beim Interview erlaubt: kindisch!

Natürlich kann man jetzt sagen, das gehöre alles zu Wimbledon, aber ich finde das als Begründung nicht mehr zulässig! Schliesslich geht es um Millionen, Centimeter und unsere Nerven. Das Problem ist nur, dass sich wohl kein Spieler erlaubt, etwas Negatives über dieses Turnier in der Öffentlichkeit von sich zu geben, also wird sich wohl auch nichts ändern (Okay, Agassi hat das mal getan in den 90ern, aber er hatte es dann auch dementsprechend schwer).

Noch 349 Tage bis Wimbledon 2010. Nach dem Gras ist vor dem Gras.